Da sich eine Narkolepsie nicht nur durch ein einziges Symptom, sondern durch mehrere Symptome äußern kann (Mediziner sprechen auch von einem Symptomkomplex), verbinden viele Betroffene die auftretenden Symptome oftmals nicht mit einer einzigen Erkrankung.
In der Regel äußert sich eine Narkolepsie allerdings durch ungewolltes Einschlafen in eintönigen Situationen, in denen auch die Konzentration bei gesunden Menschen leicht nachlässt, so zum Beispiel beim Lesen eines längeren Textes, als Beifahrer im Auto oder beim Fernsehen. An Narkolepsie erkrankte Menschen schlafen aber nicht nur schnell während eintöniger Situationen ein, sondern auch plötzlich und ungewollt in Situationen wie zum Beispiel während des Essens.
Oder sie erleiden eine Kataplexie, wenn sie einen Witz hören und lachen müssen. Als Kataplexie bezeichnet der Mediziner kurz andauernde Anfälle von Muskelversagen, wie zum Beispiel das Erschlaffen der Gesichtsmuskulatur oder das komplette körperliche Zusammensacken einer Person, die durch Emotionen wie Lachen, Freude, Ärger oder Überraschung ausgelöst werden. Da die Symptome einer Kataplexie sehr eindeutig und ein sicheres Zeichen für das Vorliegen einer Narkolepsie-Erkrankung sind, vereinfachen sie die Diagnose "Narkolepsie" erheblich.
Die Diagnosestellung kann jedoch erschwert bzw. verzögert werden, denn häufig empfinden Patienten leichte Kataplexien als normal und gehen davon aus, dass auch andere Menschen kurze Momente des Muskelversagens erleben. Dementsprechend teilen sie ihrem Arzt nicht mit, dass ihnen gelegentlich zum Beispiel der Kiefer nach unten klappt. Wiederum andere Betroffene sprechen nicht über ihre Symptome, und zwar aus Angst, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden, beispielsweise an einem Hirntumor. Befürchtungen, psychisch erkrankt zu sein, veranlassen Patienten ebenfalls dazu, nicht den Arzt aufzusuchen. Doch gerade das Gespräch mit dem Arzt ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn durch gezielte Fragen kann der Mediziner mehr über die Symptomatik erfahren. Gerade weil Narkolepsie eine seltene Erkrankung ist, haben auch Ärzte manchmal Probleme, eine Diagnose zu stellen. So kann es sein, dass der Arzt selbst noch nie zuvor einen Narkolepsie-Patienten gesehen bzw. behandelt hat. Sollte dies der Fall sein, kann der Arzt den Betroffenen an einen Facharzt für Neurologie oder einen Arzt mit der Zusatz-Weiterbildung Schlafmedizin überweisen.
Die Symptome Tagesschläfrigkeit, Kataplexien, Schlaflähmung, Schlafbezogene Halluzinationen, Gestörter Nachtschlaf und Automatisches Verhalten können alle bei Narkolepsie auftreten, es müssen aber nicht bei jedem Narkolepsie-Patienten alle auftreten.
Verfasser: Das Autorenteam
Erstellt am: 6.11.2006