Ausflugstipps für Kunstliebhaber – und alle, die sich für die „Nacht“ und den „Mond“ interessieren
Zwei Kunstausstellungen beschäftigen sich aktuell mit dem Thema „Nacht“. Das Van Gogh Museum in Amsterdam zeigt „Die Farben der Nacht“. 23 Gemälde, neun Zeichnungen und dazu Briefe von Vincent Van Gogh (1853 – 1890), in denen er über seine Erlebnisse in der Provence schreibt. Dort entstand eines seiner berühmtesten und schönsten Bilder, der „Sternenhimmel“. Van Gogh war begeistert von der Schwärze der Nacht, auf die er 1889 in der Provence traf. Weil es zu dunkel war, konnte er nicht viel sehen, deshalb verließ er sich auf seine anderen Sinne und malte schließlich all das, was er fühlte, was er hörte und was er roch – den Sternenhimmel. Selten wurde das Thema „Nacht“ im Zusammenhang mit Van Gogh so umfassend beleuchtet wie in dieser Ausstellung. Besonders die Rolle, die Abend und Nacht bei Van Gogh schon innehatten, bevor er Künstler wurde, ebenso wie die technischen und stilistischen Mittel, Licht und Dunkelheit darzustellen, stehen dabei im Mittelpunkt.
Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln werden hingegen der Reiz und die Wirkung des Mondes auf die Menschen gewürdigt. Der Mond hat schon seit jeher eine gewisse Faszination auf den Menschen ausgeübt. Im Mittelalter entstanden daraus Tafelbilder und romantische Gemälde, die die Vorstellung der Künstler von dem Erdtrabanten widerspiegeln. Anfang des 17. Jahrhunderts benutzte Galileo Galilei als einer der ersten Menschen ein Fernrohr (später als Teleskop weiterentwickelt) zur Himmelsbeobachtung. Dies bedeutete eine Revolution in der Erforschung der Himmelskörper, denn bis dahin waren die Menschen auf Beobachtungen mit dem bloßen Auge angewiesen. Er stellte fest, dass die Oberfläche des Mondes rau und uneben ist, mit Erhebungen und Klüften. Diese und weitere Entdeckungen wie die Galileischen Monde und die Erkenntnis, dass die Milchstraße aus vielen Sternen besteht, machten den Naturwissenschaftler berühmt. Auch der amerikanische Astronaut Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat, ging in die Geschichte ein. Seit der Mondlandung verfügen wir über Raumfahrtfotografien, die uns den Himmelskörper so realistisch wie noch nie zeigen.
Die rund 150 Exponate im Wallraf-Richartz-Museum laden uns ein, diese optische und künstlerische Entwicklung vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit Revue passieren zu lassen. Die Auswahl der Exponate reicht von alten Gemälden, Zeichnungen, Druckgraphiken, Modellen und Fotografien bis hin zu technischen Errungenschaften. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören zwei Original-Ausgaben von Galileos „Sternenbote“ und Manets „Mondschein über dem Hafen von Boulogne“, dem ersten impressionistischen Nachtbild überhaupt. Weitere bedeutende Künstler sind Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich und Max Ernst.
Kunstausstellungen:
„Die Farben der Nacht“ im Van Gogh Museum in Amsterdam vom 13. Februar bis zum 17. Juni 2009; www.hollandartcities.com
„Der Mond“ im Wallraf-Richartz-Museum in Köln vom 26. März bis 16. August 2009; www.museumkoeln.info
Autorin: Manon Pacyna
Erstellt am: 14.04.2009