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Kataplexien

Kataplexien sind kurz andauernde Anfälle von Muskelversagen, die unterschiedlich schwer ausfallen können. In leichteren Fällen führt eine Kataplexie z.B. nur zum Erschlaffen der Gesichtsmuskeln. Bei anderen Patienten wiederum werden die Knie weich, und in schwereren Fällen kann es passieren, dass man vollkommen in sich zusammensackt und zu Boden fällt. Die Muskulatur, die für die Mimik in unserem Gesicht zuständig ist, ist bei einem kataplektischen Anfall jedoch immer mit einbezogen. Ärzte bezeichnen Kataplexien auch als affektiven Muskeltonusverlust. Das bedeutet, dass diese Attacken fast ausschließlich durch plötzliche Affekte, also Emotionen, ausgelöst werden. Ein plötzlicher Auslöser kann beispielsweise Lachen, Ärger oder eine Überraschung sein. Deshalb werden Kataplexien auch häufig als "Lachschlag" bezeichnet.

 

Während einer Kataplexie bleibt der Patient bei Bewusstsein. Er ist wach und nimmt die Reaktionen der Umstehenden wahr. Er kann sich nach der Kataplexie an alles erinnern, was um ihn herum vorgegangen ist, obwohl er nicht darauf reagieren konnte. Dadurch unterscheidet sich eine Kataplexie deutlich von plötzlichem Bewusstseinsverlust ("Synkope") und von epileptischen Anfällen.

 

Eine Kataplexie ist an sich nicht gefährlich. Die Atmung sowie die Schlundmuskulatur sind nie betroffen. Auch die Muskulatur im Magen-Darm-Bereich ist nicht betroffen. Verletzungen treten auch eher selten auf, da der Betroffene nicht, wie bei einem epileptischen Anfall, plötzlich zusammenbricht, sondern langsam in sich zusammensackt. Meistens dauern die Attacken nur wenige Sekunden, in seltenen Fällen länger. Danach kann sich der Patient wieder aufrichten und normal bewegen.

 

Für die Betroffenen sind Kataplexien, insbesondere wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten, jedoch häufig unangenehm oder peinlich. Eine Kataplexie im Bereich des Gesichtes wird als Grimasse interpretiert; ein torkelnder Gang auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückgeführt. Eine Kataplexie, die den ganzen Körper betrifft und zum Sturz führt, wird als medizinischer Notfall gedeutet, bei dem sofort ein Rettungswagen angefordert wird. Um solche Situationen zu vermeiden, gehen viele Narkolepsie- bzw. Kataplexiepatienten emotionalen Situationen aus dem Weg. So meiden sie beispielsweise Kinobesuche oder sogar ihren Freundes- und Bekanntenkreis aus Scham, eine Kataplexie vor den Augen anderer Menschen zu erleiden. Dieser Rückzug aus Angst vor Vorurteilen und Ausgrenzung macht sie schnell zu Außenseitern – was aber verhindert werden kann, wenn die Betroffenen ihr Umfeld über ihre Erkrankung informieren.

 

Wichtig ist hier: Eine Narkolepsie kann auch unabhängig von einer Kataplexie festgestellt werden, wenn andere Symptome vorhanden sind. Die Diagnose "Narkolepsie" gilt jedoch als nahezu bewiesen, wenn auch Kataplexien auftreten. Zumeist treten Kataplexien erst nach dem Beginn der Tagesschläfrigkeit auf. Der Abstand kann Wochen, aber auch Jahre betragen.

 

Erstellt am: 6.11.2006



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"Im Laufe der Zeit häuften sich die Fälle, dass ich beim Lachen plötzlich zusammensackte. Nach wenigen Wochen war es dann so weit, dass ich nicht mehr lachen konnte, ohne dass ein Anfall ausgelöst wurde."
Quelle: DNG: Erfahrungen. Narkolepsiepatienten berichten.
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